Lenkwaffenzerstörer

SCHLESWIG HOLSTEIN

(HAMBURG-Klasse)

guided missile destroyer SCHLESWIG HOLSTEIN (HAMBURG-class)

Planausschnitt / plan section

Hessen noch im alten Aussehen

SCHLESWIG HOLSTEIN mit der sog. Fregattenbrücke und mit EXOCET-Startern.

Ich danke Herrn Christian Börner für das Foto.

Der Modellplan zeigt die SCHLESWIG HOLSTEIN im letzten Aussehen, also mit EXOCET-Startern, im M 1:100. Mit dem Plan kommen wieder vier (nach authentischen Unterlagen gezeichnete!) Spantenrisse in den Maßstäben 1:50, 1:60, 1:75 und natürlich 1:100. So kann jeder sein HAMBURG-Klasse-Modell in der gewünschten Größe bauen. Der Plan hat keine herausgezeichnete Details. Mit dem Plan kommt eine Foto-CD-ROM mit 100 Fotos von der HAMBURG-Klasse! Außerdem sind im Plansatz insgesamt fünf Schiffsdetail-Zeichnungen im M 1:50 enthalten:

- sd117, das 9-m-Motorbeiboot

- sd124, das Radargerät LW04 auf dem vorderen Mast

- sd115, das 100-mm-DP-Geschütz von Greusot-Loire

- sd116, das Torpedorohr "Toro UJ2" und

- sd114, der 375-mm-WABO-Werfer von BOFORS.

The 1:100-drawings show the SCHLESWIG HOLSTEIN last look with four EXOCET-container. The plan has four bodyplans: scale 1:50, 1:60, 1:75 and 1:100. The plan has no detail-drawings! Details need to be supplemented photos.  The plan-set has a photo-CD-ROM with 100 detailed photos. The plan-set has five detail-drawings: sd117 (9-m-motor boat), sd124 (radar antenna), sd115 (100-mm-DP-gun), sd116 (torpedo tube) and sd114 (375-mm-rocket launcher).

Hier die Maße und Gewichte für die vorgesehenen vier Modellgrößen

für den M 1:100: Lüa 1337 mm; Breite 134 mm; Tiefgang 48 mm; Propeller-Durchmesser 34 mm, Modellgewicht 3,54 kg

für den M 1:75: Lüa 1780 mm; Breite 179 mm; Tiefgang 64 mm; Propeller-Durchmesser 45 mm, Modellgewicht 8,39 kg

für den M 1:60: Lüa 2228 mm; Breite 223 mm; Tiefgang 80 mm, Propeller-Durchmesser 57 mm, Modellgewicht 16,39 kg

für den M 1:50: Lüa 2674 mm, Breite 268 mm, Tiefgang 96 mm, Propeller-Durchmesser 68 mm, Modellgewicht 28,32 kg

Für Interessierte: Besuchen Sie auch die HP von Herrn Karl-Heinz Bremer www.d-182.de . Hier finden Sie einige Angaben zur SCHLESWIG HOLSTEIN. Die "Ungetüme" von HAMBURG-Klasse-Modellen von V..A (..."die Nummer 1 in Bundesmarine") auf dessen Seite "Modelle" können Sie ja übersehen...

Bei www.hassemodell.de in Hamburg  erhalten Sie für € 130,80 einen GfK-Rumpf im M 1:100 für die HAMBURG-Klasse.

Auch www.steinhagen-modelltechnik.de verkauft 1:100-GfK-Rümpfe für die HAMBURG-Klasse (Preis: ?).

Auch die Fa. Modellbau-Lassek, www.modellbau-lassek.de liefert einen GfK-Rumpf.

Und bei www.udos-modellwerft.de können Sie für € 162,- einen 1.340 x 135 mm großen 1:100-GfK-Rumpf für den Bau eines Modells der HAMBURG-Klasse kaufen. Zusätzlich bietet der Hersteller auch Aufbauten in GfK-Bauweise an.

Zerstörer SCHLESWIG HOLSTEIN

Als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges fand in Europa die Bildung von zwei gegensätzlichen politischen, Wirtschafts- und letztendlich auch Militärblöcken statt. Auf der westlichen Seite wurde schon 1948 aus Großbritannien, Frankreich und den BENELUX-Ländern die Westeuropäische Union gegründet. Dem stand der sog. Ostblock, dominiert von der Sowjetunion, gegenüber. Im Jahre 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland und die NATO gegründet, zu deren Mitgliedern auch die führende westliche Macht, die USA, gehörte. Nur unter der Maßgabe, daß Deutschland zukünftig eine demokratische Entwicklung nimmt, wurde die Bundesrepublik am 9. Mai 1955 Vollmitglied in der NATO und eine Wiederbewaffnung befürwortet.

Die übrigen NATO-Mitglieder waren selbstverständlich anfangs mißtrauisch und es wurden z.B. Grenzen für die Tonnage bei den Schiffen der neuen deutschen Marine festgelegt. Überwasser-Kampfschiffe durften danach nur maximal 3.000 t verdrängen. Ausnahmen davon waren möglich, mußten aber genehmigt werden. Das Neubauprogramm für die neue Bundesmarine sah ursprünglich u.a. zwölf Zerstörer und sechs Fregatten als die größten Einheiten vor. Während der Fregattenbau mit den sechs Fregatten „Geleitboot 55“, später als KÖLN-Klasse oder Klasse 120 bekannt geworden, relativ problemlos und zügig vonstatten ging, gab es bei den Zerstörern erhebliche Anlaufschwierigkeiten. Schließlich wurden nicht zwölf, sondern nur vier „Zerstörer 55“, später als Klasse 101 benannt, gebaut. Schließlich kamen ja auch die sechs Leihzerstörer der US-amerikanischen FLETCHER-Klasse (Z1 bis Z6 / D170, D171, D172, D178, D179 und D180) zwischen 1958 und 1960 bei der Bundesmarine in Dienst. Man hätte bei den Neubauten gern an die im Kriege entwickelten Diesel-Zerstörer angeknüpft, aber Großdiesel standen zu der Zeit noch nicht zur Verfügung. Gleiches traf für Gasturbinen zu. Ebenso mußte aus politischen Gründen eine moderne Flugkörper-Bewaffnung der neuen Fahrzeuge entfallen. Es wurden schließlich Fahrzeuge mit Glattdeckrümpfen, mit Dampfturbinen bestückt und mit konventioneller Bewaffnung ausgerüstet, projektiert. Der neue ABC-Schutz ergab recht hohe Aufbauten, weshalb die bisher übliche Aufstellung eines Rohrsatzes für Seeziel-Torpedos zwischen den Schornsteinen nicht möglich war. Wegen der ungewöhnlich großen Seitenhöhe wurden die Boote marineintern Hochhäuser genannt. Als Neuheit erhielt die HAMBURG-Klasse, wie sie nach dem ersten in Dienst gegangenen Boot genannt wurde, deshalb fünf fest in den Rumpf eingebaute Torpedorohre: drei im Bug mit Schußrichtung nach vorn und zwei dicht beieinander im Heckspiegel mit Schußrichtung nach hinten.

Das Grunddesign ähnelte in zahlreichen Details den Bauten, die zu etwa gleicher Zeit entwickelt wurden: den Fregatten der genannten KÖLN-Klasse, den U-Jägern der THETIS-Klasse, dem Schulschiff DEUTSCHLAND und den Versorgern der RHEIN- und MOSEL-Klassen. Dreizehn Querschotte unterteilen die HAMBURG-Rümpfe in vierzehn wasserdichte Abteilungen. Im Vorschiff gibt es einen Außenhautknick. Der leicht gewölbte Spiegel steht etwas schräg. Die Kante Seite-Deck ist aus Stabilitätsgründen gerundet. Beim Spantenriß habe ich diese Rundung nur beim Spiegel angedeutet. Zum Bug hin verliert sich diese Kantenrundung. Die beiden Buganker werden auf Schweinsrücken gefahren. Der ursprüngliche Heckanker in einer (Stb-)Klüse im Spiegel wurde später entfernt. Die Bordwände stehen senkrecht; am Heck sind sie leicht eingezogen. Unterhalb der Brücke unterragt ein Sonardom die Kiellinie. Die dreiflunkigen Propeller von SCHLESWIG HOLSTEIN (D182) hatten einen Durchmesser von 3,40 m; bei den drei anderen Booten (HAMBURG D181, BAYERN D183 und HESSEN D184) waren das noch 3,50 m. Sie wurden später wegen Schwingungen gegen fünfflunkige Propeller getauscht. Im zweiten Viertel der Rumpflänge reichen die Deckaufbauten über zwei Decks von Bordseite zu Bordseite. Beide Enden der Deckaufbauten waren ursprünglich in der Draufsicht oval gerundet. Die fünf Decks hohen Aufbauten sind aus Leichtmetall gebaut. Dennoch waren die Schiffe recht topplastig. Es gab immer wieder Probleme mit Rissen in den Aufbauten. Am Anfang gab es bei den Deckshäusern des dritten Aufbaudecks eine Lücke zwischen den Schornsteinen. Diese wurde später geschlossen. Der Dreibeinmast hinter dem achteren Schornstein wurde später entfernt. Auch an den Schornsteinkappen gab es Veränderungen. Die Motorpinasse an Backbord wurde entfernt; es verblieb nur das 9-m-Motorbeiboot an Steuerbord.

Die Bewaffnung sah anfangs so aus: Vier 100-mm-Einzeltürme in überhöhter Aufstellung, vier 40-mm-BOFORS-Zwillinge Typ 106, die genannten fünf 533-mm-Torpedorohre für Überwasser-Ziele, zwei 375-mm-Vierfach-WABO-Werfer BOFORS für reaktive Wasserbomben, zwei 533-mm-Einzel-Torpedorohre für U-Jagd-Torpedos auf den Seitengängen, zwei nachrüstbare WABO-Ablaufbahnen auf den Minengleisen am Heck und insgesamt 143 m Minengeleise für bis zu 90 Minen. Weil das erste Aufbaudeck bis zum hinteren Schornstein die volle Rumpfbreite hat, ist anzunehmen, daß hier ursprünglich vier leichte Flak-Zwillinge aufgestellt werden sollten.

Den gestiegenen militärischen Anforderungen genügte diese Bewaffnung und die zugehörige Elektronik und Feuerleittechnik bald nicht mehr. Die Zerstörer wurden beginnend ab 1973 zu Flugkörperzerstörern (DG) Klasse 101A um- und nachgerüstet. Zuerst wurden die Rumpf-Torpedorohre ausgebaut; ihre Öffnungen verschlossen. Dafür kamen zwei weitere U-Jagd-Torpedorohre an Bord. Der Turm C in der X-Position wurde entfernt, das Deck an der Stelle verbreitert und vier Starter für MM38 EXOCET-Seeziel-Raketen im Winkel von 45° mit Schußrichtung nach vorn installiert. Damit der Turm D vor den heißen Gasstrahlen beim Start der Raketen geschützt ist, wurde das Deck hinter den Startern nach oben gewölbt. Ein Deck höher kamen an die Stelle des fast nutzlosen 4-m-E-Meßgerätes zwei 20-rohrige Düppelwerfer vom italienischen Typ „Breda“ zum Erzeugen von Scheinzielen. Diese verschießen kleine Raketen mit einem Kaliber von 105 mm. Die vier 40-mm-Waffenstände Typ 106 wurden gegen gleichkalibrige, modernere vom Typ 64 mit den charakteristischen Schützenkabinen gewechselt. Am Heck wurde an Backbord-Seite eine Winde für geschleppte Geräuschbojen T-Mk 6 „Fanfare“ aufgestellt. Diese Bojen sollten im Einsatz gegnerische Torpedos ablenken. Auch die Radar-, Sonar- und Feuerleitanlagen wurden stark verändert. Ab April 1978 wurde bei allen vier Booten eine größere, geschlossene „Fregattenbrücke“ eingebaut. Auch bei den Beibooten und Rettungsmitteln gab es über die Jahre bei den vier Booten erhebliche Veränderungen. Weil die Erhaltungskosten für die Zerstörer immer weiter anstiegen, wurde auf eine weitere Modernisierung (sie sollte die Klassenbezeichnung 101B bekommen) verzichtet und die Boote durch die Fregatten der BRANDENBURG-Klasse zu ersetzt.

Die HAMBURG-Klasse:

 

Name / Kenn-Nr.

Kiellegung

Stapellauf

Indienststellung

HAMBURG / D181

29.1.1959

26.31960

23.3.1964

SCHLESWIG HOLSTEIN / D182

20.8.1959

20.8.1960

12.10.1964

BAYERN / D183

15.2.1961

14.8.1962

6.7.1965

HESSEN / D184

15.2.1961

4.5.1963

8.10.1968 (!)

Die Zerstörer der HAMBURG-Klasse, so auch SCHLESWIG HOLSTEIN, sind über alles 133,70 m lang; in der KWL nur 128,00 m. Die Breite ist mit 13,42 m und der Konstruktionstiefgang mit 4,00 m (Kiel ohne Sonardom) angegeben. Nach den Modernisierungen stieg die Einsatzverdrängung auf 4.692 t. Die Zerstörer hatten zwei Sätze WAHODAG-Getriebe-Dampfturbinen mit zusammen 68.000 PS. Kurzzeitig konnten sogar 72.069 PS erreicht werden. Den Dampf lieferten vier WAHODAG-Wasserrohrkessel von 59 atü Druck bei einer Dampftemperatur von 456° C. 70 t Dampf konnten damit pro Stunde erzeugt werden. Kessel und Turbinen standen natürlich in getrennten Abteilungen. Die Kessel wurden anfangs mit schwerem, später mit leichtem Heizöl befeuert (809 m³ Bunkerkapazität). Die Maschinenanlage ermöglichte eine Höchstfahrt von 36,8 kn. Die Fahrstrecken: nur 700 sm bei 36 kn, 1.250 sm bei 25 kn aber 6.000 sm bei 13 kn Fahrt. Für die Bordstromversorgung waren insgesamt acht Dieselgeneratoren von unterschiedlicher Leistung installiert. Die HAMBURG-Zerstörer hatten 284 Mann Besatzung.

Jürgen Eichardt

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