Japanisches Schlachtschiff YAMATO

Japanes battleship YAMATO

Hier kommt ein außergewöhnlicher Modellplan vom letzten japanischen "Super"-Schlachtschiff YAMATO aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Der 1:100-Plan wurde von Herrn Rudolf Dötzer per CAD-Programm nach diversen, vor allem japanischen Unterlagen gezeichnet. Das Schiff ist in der letzten Bewaffnungsvariante mit der Vielzahl von damals nachgerüsteten Fla-Geschützen dargestellt. Der Plansatz besteht aus insgesamt acht Großbögen von 2 bis fast 3 m Länge, insgesamt 13 m² Papier!. Daraus erklärt sich auch der hohe Preis, der eigentlich noch wesentlich höher sein müßte. Auf den Bögen ist dargestellt: Steuerbord-Seitenansicht, Draufsicht auf das gesamte Schiff, Linienriß, Spantenriß, diverse Deckspläne, Einzelteilzeichnungen, Radar- und Leitgeräte, Zeichnungen von den Waffen in größeren Maßstäben, Bug- und Heckansicht, Hauptspantschnitte...

Sie bestellen bei Interesse den Plan immer direkt beim Zeichner:

Herrn Rudolf Dötzer, Glonnstraße 10 in D-85235 Odelzhausen oder per E-Mail: rrdoetzer@t-online.de oder auch per Telefon: 08134341.

Den Preis für den Plansatz einschließlich der Versandkostenpauschale (€ 161,-) überweisen Sie bitte in jedem Fall im Voraus auf mein Konto. Die Zahlen dazu erhalten Sie von mir per E-Mail: juergen-eichardt@web,de .

Modellgröße im M 1:100: Länge über alles 2630 mm, Rumpfbreite 389 mm, Tiefgang 107 mm, Modellgewicht 72 kg (fast 1,5 Zentner!)

Bei www.steinhagen-modelltechnik.de gibt es einen GfK-Rumpf für ein YAMATO-Modell im M 1:100, der Preis: € 290,-

Japanisches Schlachtschiff YAMATO

Yamato ist Japans ältestes stimmungsvollstes Wort. Es ist der Name des Territoriums, auf welchem die Saat des Staates ausgesät wurde. Später wurde Yamato der Name der Provinz auf der Kii Halbinsel im Südwesten der Hauptinsel Honshu.

Dieser mystische und besonders starke Name wurde dem größten und kampfstärksten Schlachtschiff gegeben, welches je gebaut wurde. Es trat seinen Dienst im Pazifikkrieg zu Beginn des Jahres 1942 an. Während des Zweiten Weltkriegs war YAMATO nicht nur Japans modernstes Schlachtschiff der neuen Generation, sondern auch der Stolz der Kaiserlichen Marine. Ihr Verlust in der Kamikaze-Operation „TEN- ICHIGO“ im April 1945 wurde zum Symbol für den Untergang des Kaiserreichs und zur endgültigen Bestätigung des Untergangs der schwimmenden Festungen der ganzen Welt. Ursprünglich gebaut, um den US Schlachtschiffen entgegen zu treten – mit der Fähigkeit diese in der Schlacht zu vernichten – kämpfte YAMATO tatsächlich nie gegen sie.

YAMATO und ihr Schwesterschiff MUSASHI wurden von Flugzeugen der US-Trägerflotte versenkt. Als Ergebnis revolutionärer Änderungen in der Seekriegstaktik wurden diese Trägerflugzeuge die Hauptangriffswaffen der Flotte und verdrängten die Schlachtschiffe an mancher Stelle auf eine Hilfsfunktion.

Als das Marine-Konstruktionsbüro 1934 begann, Pläne für das neue Schlachtschiff zu erarbeiten, gab es keinerlei Vorwarnungen für die Übermacht der Marine-Luftstreitkräfte und verlegte sich hauptsächlich auf die Tradition von Tsushima (1905) und die Seeschlachten des Ersten Weltkrieges.

Um besser verstehen zu können, wie es zum Bau dieses „Monsterschiffes“ kam, muß ein Blick auf die Vergangenheit geworfen werden.

Der Washingtoner Flottenvertrag von 1922

Dieser Vertrag mit seinem Verbot, neue Schlachtschiffe zu bauen, brachte das 8/8 Programm der japanischen Marine zu einem plötzlichen Stopp. Das 8/8 Programm beinhaltete den Bau von 8 modernen Schlachtkreuzern und 8 schnellen Schlachtschiffen. Die japanische Marine versuchte, sich hiermit eine Vormachtstellung zu erarbeiten, während in Europa der Krieg wütete.

Für dieses Programm entwickelte die japanische Marine als erste eine 40,6-cm–Schnellfeuer-Kanone (SK), mit der alle neuen Schlachtschiffe des 8/8 Programms ausgerüstet werden sollten. Der Auftrag zum Bau der beiden ersten Schiffe dieses Programms, NAGATO und MUTSU, verzögerte sich, weil ihre Konstruktion auf Grund der Skagerrak-Erfahrungen überprüft und teilweise geändert werden mußte. Diese Verzögerung verursachte später einigen Ärger, als die Japaner während der Verhandlungen über den Washington-Vertrag versuchten, die noch nicht ganz fertiggestellte MUTSU „hinüber zu retten“, was ihnen dann auch gelang. Ursprünglich hatten die USA den Verzicht auf dieses Schiff gefordert, um die Einreihung eines weiteren Großkampfschiffes mit 40,6-cm-SK zu verhindern, da sie selbst nur eins davon fertig hatten (BB-46 USS MARYLAND). Mit der NAGATO-Klasse entstanden nicht nur die ersten Schlachtschiffe der Welt mit 40,6-cm-SK, sie waren auch in anderer Hinsicht bemerkenswert. Mit ihrer überdurchschnittlich hohen Geschwindigkeit schlossen sie an die britische QUEEN ELIZABETH Klasse an.

Von den anderen Schiffen des 8/8 Programms wurden 4 nach dem Baustopp vom 5. Februar 1922 auf den Hellingen abgebrochen. Zwei Schiffe, AKAGI und KAGA, wurden als Flugzeugträger fertiggestellt. Beide waren am Überfall auf Pearl Harbor beteiligt.

Um seine Vormachtstellung im fernen Osten trotzdem zu festigen, entschloß sich Japan schon frühzeitig, sich keine Beschränkungen mehr auferlegen zu lassen und den Flottenbau künftig unter weitestgehender Geheimhaltung durchzuführen. Kernstück des bald darauf einsetzenden Groß-Flottenbaus waren Schlachtschiffe von gigantischen Abmessungen. Ihrer Grundkonzeption nach sollten sie durch Geschützfeuer unversenkbar und selbst imstande sein, schwerste Schläge auszuteilen. Der politische Leitgedanke gipfelte darin, das einzelne Schiff so stark zu machen, daß selbst die im Hinblick auf ihre Wirtschaft und Industrie überlegenen USA nicht in der Lage sein konnten, ohne Weiteres in kurzer Zeit etwas Ebenbürtiges zu bauen. Die künftigen japanischen Schlachtschiffe sollten außerdem in einem gewissen Sinn „provozierend“  wirken, nämlich dadurch, daß etwaige amerikanische „Antwortbauten“ notwendigerweise so groß werden mußten, daß sie den Panamakanal nicht mehr passieren konnten. Dies war eine Fehleinschätzung: Sowohl die nachfolgende SOUTH DAKOTA-Klasse als auch die IOWA-Klasse waren in der Lage, den Panamakanal zu passieren.

Entwurf und Bau

Die ersten Entwurfsarbeiten zur YAMATO-Klasse begannen im Herbst 1934. Der endgültige Entwurf wurde im März 1937 festgelegt, nachdem zuvor 23 Vorentwürfe durchgearbeitet und mehr als 50 Modelle in den Schleppversuchsanstalten erprobt waren. Von vornherein war man dazu entschlossen, eine schwere Artillerie von bisher nie erreichtem Kaliber einzubauen. Die Wahl fiel auf das Kaliber 46 cm, das aus Tarnungsgründen mit 40,6 cm Typ 94 bezeichnet wurde. Es waren die schwersten Geschütze, die jemals auf einem Kriegsschiff zur Aufstellung gelangten. Dabei mußten überaus schwierige Probleme gemeistert werden. Die sichere Aufnahme der gigantischen Turmgewichte und der gewaltigen Rückstoßkräfte durch die Verbände des Schiffes gehörten zu den Wichtigsten. Insgesamt waren zunächst 4 Schiffe dieser Klasse vorgesehen, von denen die beiden ersten unmittelbar nach Abschluß der Entwurfsarbeiten in Auftrag gegeben wurden, während die beiden anderen erst 1940 folgten. Die Werften, die mit ihrem Bau betraut wurden, waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, Schiffe von so großen Abmessungen zu bauen, ohne dazu umfangreiche Vorbereitungen zu treffen und Erweiterungen vorzunehmen. Die Sohle des Baudocks der Werft in Kure mußte z. B. um einen Meter tiefer gelegt werden, um YAMATO überhaupt aufschwimmen lassen zu können. Die Mitsubishi-Werft in Nagasaki war die einzige, die für den Bau eines solchen Schiffes in Frage kam, denn nur sie verfügte über eine genügend große Helling. Alle Werften standen vor der Notwendigkeit, die Tragfähigkeit ihrer Kräne erheblich zu steigern, um die zum Einbau kommenden schweren Panzerplatten heben zu können. Dazu waren Schwimmkräne von bis zu 450 Tonnen Tragfähigkeit zu bauen und viele Gebäude und sonstige Anlagen zu erweitern und zu vergrößern.

Der Bau der Schiffe erfolgte unter strengster Geheimhaltung und wurde von der Öffentlichkeit kaum bemerkt. So wurde die Helling, auf der MUSASHI heranwuchs, mit einem Vorhang von Sisalmatten umgeben, der 2,7 km lang war und mehr als 400 Tonnen wog. Auch das Baudock der YAMATO wurde mit einem Sisalvorhang abgeschirmt, da dieses von einer nahen Bergkuppe aus eingesehen werden konnte. Der dadurch bewirkte große Sisalverbrauch führte zeitweilig sogar zu einer besonders für die Fischerei fühlbaren Verknappung. Ebenso wurde der Stapellauf der MUSASHI getarnt. Zu diesem Zweck sperrten Polizeieinheiten die gegenüberliegende Seite von Nagasaki hermetisch ab. Das Schiff lief in aller Heimlichkeit und ohne Zeremoniell in den frühen Morgenstunden des 1. November 1940 vom Stapel.

Der YAMATO-Klasse kamen wesentliche Erfahrungen und Erkenntnisse zu gute, die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges gesammelt bzw. gewonnen worden waren. Dazu gehörte auch die sog. „Kanpon-Linie“, bei der das Schiff seine größte Breite zweckmäßigerweise erst hinter der Schiffsmitte erreicht. Diese „Kanpon-Linie“ hing auch eng mit der Verminderung der Biegebeanspruchungen des Schiffskörpers zusammen: Kennzeichnend hierfür war der wellenförmige Deckstrak, der das etwas vorlicher als mittschiffs auftretende Biegemoment berücksichtigen und aufheben sollte. In Folge des Gasdrucks der schweren Artillerie – der in 15 Meter Entfernung 7 kg/cm² betrug, gegenüber nur 3,5 kg/cm² bei der 40,6-cm-SK – ließen sich an Oberdeck keine Beiboote aufstellen. Aus diesem Grunde wurden für sie Schuppen unter dem Oberdeck eingerichtet und zwar beiderseits der Flugzeughalle und des Turms C. Diese Schuppen ragten zum Teil über die Bordwand hinaus und konnten achtern durch Doppeltore geschlossen werden. Das Aussetzen der Beiboote erfolgte mittels Taljen auf Schienen unter dem weit ausladenden Oberdeck. Aus gleichem Grunde wurden auch die mitgeführten Flugzeuge in einer Halle unter dem Oberdeck abgestellt. Sie wurden vom Kran durch eine abdeckbare Lukenöffnung herausgehoben, um entweder auf ein Abstellgleis oder auf eines der beiden Katapulte gesetzt zu werden. Der Gasdruck der schweren Artillerie war auch die Ursache dafür, daß sogar die leichten Flakwaffen Schutzschilde (Türme) erhalten mußten. Später, als die Gefährdung aus der Luft immer mehr zunahm, verzichtete man auf alle Rücksichten dem Bedienungspersonal gegenüber und es wurden zahlreiche Flakwaffen ohne Schutzschilde zusätzlich aufgestellt. Im Ganzen offenbarte sich in der YAMATO-Klasse eine respektgebührende Leistung der japanischen Schiffbauer. Im Hinblick auf ihre Wasserverdrängung und auf ihre Größe wurden diese Schiffe erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges von den großen amerikanischen Angriffsflugzeugträgern übertroffen.

Panzerung

Panzerung und Schutzeinrichtungen der YAMATO-Klasse ließen eine eigenwillige Lösung erkennen: Die Schiffe wurden nach dem Floßkörper-Prinzip konstruiert. Das „Floß“ bestand aus einem relativ kurzem Seitenpanzer von 410 mm gleichbleibender Dicke und 20 Grad Neigung. Nach unten verjüngte sich der Seitenpanzer keilförmig bis auf 75 mm Dicke. Das auf dem Deck von 10 mm starkem hochfestem Stahlmaterial aufliegende Panzerdeck von 200 mm Dicke (Böschung 230 mm) war beiderseits auf der Oberkante des Seitenpanzers aufgesetzt. Nach vorne und nach achtern wurde der so entstandene Panzerkasten durch auffallend schräggestellte Panzerquerschotte abgeschlossen, sodaß er sämtliche lebenswichtige Einrichtungen umschloß und diese auch nach oben abdeckte. Aus dem „Floß“ ragten nur die Barbetten der Schweren- und der Mittelartillerie, die Panzerschächte für die Kommandoelemente sowie der Rauchgasschacht heraus. Letzterer wurde nicht, wie vielfach früher üblich, durch eine Panzergräting geschützt, sondern durch eine 14 x 15 m große und 380 mm dicke Panzerplatte, die Bohrungen von je 180 mm Durchmesser aufwies, sodaß 55% der gesamten Platte ausgelocht waren. Die gesamte horizontale Panzerung bestand aus einem 200-230 mm dicken Panzerdeck, welches so berechnet war, daß es nur von mehr als 1.000 kg schweren Bomben aus Abwurfhöhen von mehr als 2.400 m durchschlagen werden konnte. Im Hinblick auf den Gasdruck der schweren Artillerie war das Oberdeck jeweils vor den Endtürmen durch Panzermaterial verstärkt worden. Eine weitere sehr interessante Lösung war der Schutz der Munitionskammern vor Unterwasserdetonationen. Dieser Schutz wurde dadurch erreicht, daß der sich nach unten fortsetzende Seitenpanzer in einem scharfen Knick nach innen abwärts unter den Munitionskammern hindurch – gleichsam als ein horizontales Torpedoschott – geführt wurde, wo er 50 – 80 mm dick war. Zwar war diese Methode nicht ganz neu, doch unterschied sie sich von allen bisher da gewesenen durch einen ausreichend großen Expansionsraum (ca. 4 m) zum Verarbeiten der bei solchen Treffern auftretenden Detonationsenergie. In Fortführung des Haupt-Seitenpanzers – dessen Unterkante auf einer Stringerplatte auflag – folgte ein etwa 8 m hoher und von oben 200 mm allmählich auf 75 mm getäperter Außenpanzer von 14 Grad Neigung, der Festigkeitsverband und Torpedoschott zugleich war. Dieser und teilweise auch der darüber liegende Seitenpanzer wurde von einem maximal 3 m breiten Torpedowulst gedeckt, der auch als Expansionsraum diente.

Schwache Punkte dieser Konstruktion:

a)    Die unzureichende Panzerung der Mittelartillerie gefährdete den Schutz der Munitionskammern. Dies bewies ein schwerer Bombentreffer am 7. April 1945, der nach Durchschlagen der Turmdecke und der Barbette in einer Munitionskammer detonierte.

b)    Ein Torpedo, abgefeuert von U-Boot USS SKATE, traf am 25. Dezember 1943 in der Nähe der Flottenbasis Truk die Verbindung zwischen oberem und unterem Gürtelpanzer. 3.000 t Wasser fluteten in das obere Pulvermagazin von Turm C. YAMATO mußte zur Reparatur und Verstärkung der Verbände zurück nach Japan in die Werft.

Maschinenanlage

Nach dem 1. April 1935 wurde festgelegt, daß das Schiff mit einer „gemischten“ Antriebsanlage ausgerüstet werden sollte: Dieselmotoren und Turbinen. Dabei sollten die beiden inneren Wellen von den Turbinen, die äußeren von Dieselmotoren angetrieben werden. Zu dieser Zeit verfügte die japanisch Marine über einen doppelt wirkenden Zweitakt-Dieselmotor von 10.000 PS Leistung, sodaß an sich keinerlei Bedenken gegen einen entsprechenden Marschantrieb für die neuen Schlachtschiffe bestanden. Im Herbst 1936, wenige Wochen nach Abschluß des letzten Vorentwurfs, standen die Konstrukteure plötzlich unerwarteten Schwierigkeiten gegenüber, die eine grundlegende Änderung des bisherigen Entwurfs notwendig machten. Da die Maschinenräume der neuen Schlachtschiffe durch 200 mm dicke Panzerplatten abgedeckt werden sollten, mußte es außerordentlich schwierig und zeitraubend sein, die Dieselmotoren bei späteren Schäden oder Änderungen wieder auszubauen. Diese Überlegungen gaben dazu Veranlassung, auf die Dieselmotoren zu verzichten und den Antrieb ausschließlich auf Turbinen umzustellen, wie es bei dem ersten Vorentwurf geplant gewesen war. So wurde das Schiff schließlich mit einer Turbinenanlage mit einer maximalen Leistung von 153.553 Wellen-PS ausgerüstet. Sie gaben ihm eine maximale Geschwindigkeit von 27,5 Knoten.

Bewaffnung

Wohl bei keinem Schiff wurde die Bewaffnung in seiner kurzen Lebensdauer von ca. 3,5 Jahren (Dez. 1941 – April 1945) so oft verändert wie bei YAMATO. Mit Ausnahme der Hauptbewaffnung war bei ihrem Untergang nichts mehr so wie bei der Indienststellung.

Hauptbewaffnung

Neun Rohre Kaliber 46 cm (18.1 inch) in 3 gewaltigen Geschütztürmen. Sie waren die ersten modernen Geschütze dieses Kalibers, mit denen je ein Schiff bestückt wurde und repräsentierten damit die große Leistungsfähigkeit der Kaiserlichen Marine. (1881 trugen die italienischen Turmschiffe DUILIO und DANDOLO bereits je vier 45-cm-Vorderlader-Geschütze von ARMSTRONG in zwei diagonal aufgestellten Türmen.) Schon 1920 hatten sich japanische Konstrukteure für dieses große Kaliber interessiert. Von 1934 an wurde das Programm für moderne 46-cm-Geschütze mit Hinblick auf die neuen Super-Schlachtschiffe wieder begonnen. Die Vorarbeiten waren 1939 beendet und schon 1939/1940 begann die Produktion. Das maximale Gewicht eines Drillingsturmes betrug einschließlich Munition 2.774 Tonnen – ungefähr so viel wie ein großer Zerstörer. Eine Panzersprenggranate wog 1.460 kg. Die max. Reichweite war 42.050 Meter. Das Geschoß erreichte dabei eine Höhe von 11.900 Metern.

Der Bau dieser Geschütze war enorm kostspielig und die Konstrukteure mußten eine Menge neuer technischer Probleme lösen. Die Politik der japanischen Marinestrategen war jedoch, jedes einzelne Schiff so stark zu machen, daß es sogar für die Industriemacht USA kaum möglich war, in kurzer Zeit gleichzuziehen.

Mittelartillerie

Zwölf Rohre Kaliber 15,5 cm in vier Drillingstürmen.

Konstruiert 1932 als Hauptbewaffnung für die B-Klasse-Kreuzer waren sie auch auf den Kreuzern der MOGAMI-Klasse eingebaut.

Sie dürften wohl die besten 15,5-cm-Geschütze des Zweiten Weltkrieges gewesen sein. Anfang 1944 wurden jedoch die beiden Seitentürme ausgebaut, um Platz für eine stärkere Flakbewaffnung zu machen.

Die größte Reichweite lag bei 27.400 Metern. Das Geschoß erreichte dabei eine Höhe von 12.600 Metern.

Die Türme hatten noch eine Besonderheit: Sie waren mit einer zweiten Hülle umgeben. Bei einem Abstand von ca. 100 mm über der Turmdecke und ca. 55 mm neben der Turmwand entstand so ein Zwischenraum, durch den der Fahrtwind strömen konnte. Es war, mit anderen Worten, ein einfaches Air-Conditioning-System.

Schwere Flak

1941 bestand bei Indienststellung die Flak aus zwölf Rohren Kaliber 12,7 cm in sechs Zwillingstürmen. Diese Türme sollten die Kanoniere vor dem gewaltigen Gasdruck beim Abschuß der 46-cm-Geschütze schützen.

Zwischen Januar und April 1944 wurde die Flakbewaffnung bedeutend verstärkt. Zu beiden Seiten der Mittelaufbauten wurde ein neues „Deck“ eingebaut (hier standen vorher die beiden 15,5-cm-Seitentürme). In dieses sog. „Gun-Deck“ wurden die sechs vorherigen Zwillingstürme eingebaut. An ihre ursprüngliche Stelle kamen sechs neue Doppellafetten. Sie hatten also keinen Schutz vor dem gewaltigen Gasdruck.

Die max. Reichweite lag bei 14.800 Metern. Die Geschosse erreichten eine Höhe von 9.400 Metern.

Leichte Flak

Die leichte Flak, bestehend aus 25-mm-Drillingslafetten, wurde mit Fortdauer des Krieges gewaltig verstärkt. Aus den 24 Rohren, eingebaut in acht Drillingstürmen, wurden bis April 1945 152 Rohre, die wie folgt aufgestellt waren:

·          72 Rohre in 24 Drillingstürmen

·          78 Rohre in 26 offenen, d.h. ungeschützten Lafetten

·          zwei Rohre in zwei Einzellafetten

Die Reichweite lag bei 6.800 Metern. Die Geschosse erreichten eine Höhe von 5.000 Metern.

Zusätzlich gab es noch vier Rohre Kaliber 13 mm in Zwillingslafetten. Diese waren auf beiden Seiten des Kommandoturms auf Deck VII aufgestellt.

Lebenslauf und Endschicksal

Das Leben dieses prachtvollen Schiffes war nur kurz – drei Jahre und vier Monate - vom 16. Dezember 1941 bis 7. April 1945.

Zusammenfassung:

4. November 1937                                Kiellegung

16. Dezember 1941                               Indienststellung. Sie wurde der ersten Schlachtschiffsdivision zugeteilt, welche bis dahin aus NAGATO und MUTSU bestand.

12. Februar 1942                                   Flaggschiff von Admiral Yamamoto, dem Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte.

3. – 6. Juni 1942                                   Schlacht von Midway. YAMATO war als Yamamoto´s Flaggschiff Kommandozentrum der Schlacht, nahm jedoch nicht an den Kampfhandlungen teil.

April 1943                                             nach dem Tod von Yamamoto wird Admiral Koga sein Nachfolger.

Mai 1943                                              zur Überholung in der Marinewerft Kure.

25. Dezember 1943                               Torpedotreffer von U-Boot USS SKATE, 3.000 t Wasser im Schiff. Zurück in die Werft nach Japan zur Reparatur und Verstärkung der Flakbewaffnung.

31. März 1944                                       Nach dem Tod von Admiral Koga wird Admiral Toyoda neuer Chef der Vereinigten Flotte.

22. Oktober 1944                                  YAMATO und MUSASHI machen sich von Brunei auf zur Fahrt durch die Inselgruppe der Philippinen, um die Feinde im Golf von Leyte anzugreifen.

23. Oktober 1944                                  Nach dem Untergang der Kreuzer ATAGO und MAYA setzt Admiral Kurita seine Flagge auf YAMATO.

24. Oktober 1944                                  Schlacht in der Sibuyan-See. YAMATO wird von drei Bomben getroffen, mit nur geringen Schäden. MUSASHI wird von 20 Torpedos und 17 Bomben getroffen. Sie sinkt nach 4 ½ Stunden.

25. Oktober 1944                                  YAMATO bricht durch die San-Bernardino-Straße und eröffnet das Feuer mit seinen 46-cm-Geschützen auf US-Geleitträger und US-Zerstörer. Es war das erste und einzige Gefecht mit feindlichen Schiffen.

25. November 1944                               Rückkehr nach Japan. Letzte Verstärkung der Flakbewaffnung. Sie besteht nunmehr aus 152 Rohren Kaliber 25 mm.

Als die US Streitkräfte in Okinawa landeten, wurde YAMATO für eine ungewöhnliche und grauenvolle Mission ausgesucht: Operation TEN–ICHIGO, eine Selbstmordmission. Laut Mitsuru Yoshida hatte das Schlachtschiff, wie ein Kamikaze-Flugzeug, nur Kraftstoff für eine einfache Fahrt an Bord (one-way trip only).

Theoretisch bestand die Aufgabe von YAMATO darin, mit ihrer Artillerie die Invasionsflotte zu versenken oder an der Küste von Okinawa auf Grund zu laufen und die Armee zu unterstützen. Ohne einen eigenen Luftschirm war dies jedoch ein hoffnungsloses Unterfangen. Der Kommandeur der Einsatzgruppe, Vizeadmiral Ito war gegen die Operation. Die Idee stammte vom Oberbefehlshaber der Vereinigten Flotte Admiral Toyoda. Die Mission mußte also durchgeführt werden. Mit ihrer speziell ausgewählten Besatzung (Samurai) begann YAMATO seine letzte Reise. An Bord waren als Kommandant des Schiffes Konteradmiral Ariga und der Kommandeur der Einsatzgruppe Vizeadmiral Ito.

Am 6. April 1945 um 15 Uhr verließ YAMATO mit seinen Begleitschiffen (einem leichten Kreuzer und 8 Zerstörern) ihre Basis in der Tokuyama-Bucht in der japanischen Inlandsee.

Am 7. April 1945 um 10 Uhr kam es zum ersten Radarkontakt mit US-Flugzeugen. Obwohl der Verband pausenlos beobachtet wurde, begann der eigentliche Angriff erst um 12.20 Uhr. In drei Angriffswellen wurde das Schiff von 10 Torpedos (meist an der Backbord-Seite) und 24 Bomben getroffen. Dabei kam es auch zu dem verhängnisvollen Bombentreffer im hinteren 15,5-cm-Turm. Das Schiff begann zu kentern. Als ein Winkel von 120 Grad erreicht wurde, zerriß eine gewaltige Explosion das Schiff. Ein riesiger Rauchpilz erreichte eine Höhe von 6.000 Metern und wurde noch im 200 Kilometer entfernten Kagoshima gesehen. Der Explosionsdruck zerstörte auch einige US-Flugzeuge. Von den 2.750 Mann Besatzung wurden nur 280 gerettet.

Eine der vielen Fragen nach dem Untergang war:

Wie konnte das Schiff explodieren, nachdem es durchkenterte?

Eine mögliche Antwort ist folgende:

Das Feuer im Pulvermagazin des hinteren 15,5-cm-Turmes zündete das Hauptmagazin des Turmes C. Das Feuer könnte sich über die Aufzüge ausgebreitet haben, welche durch die fallenden Projektile geöffnet wurden als das Schiff durchkenterte.

Heute weiß man, daß die Schiffsführung bei diesem vollkommen aussichtlosen Einsatz gegen die US-Flugzeuge alle Alkohol-Vorräte an Bord für die Besatzung zum "Gebrauch" freigegeben hatte. Die Besatzung war also zum Zeitpunkt der Vernichtung des Schiffes sturzbesoffen...!

Technische Daten der YAMATO 1945

Länge über alles:                                              263,00 Meter

Länge in der Wasserlinie:                                  256,00 Meter

Länge zwischen den Loten:                    244,00 Meter

Max. Breite:                                         38,90 Meter

Breite in der Wasserlinie:                                  36,90 Meter

Max. Tiefgang:                                      10,86 Meter

Gewicht (Standard):                               65.000 ts

Gewicht (voll beladen):                          72.809 ts

Maschinenleistung:                                 153.553 Wellen-PS

Geschwindigkeit (max.):                                    27,46 kn

Panzerung

Gürtelpanzer:                                       75 – 410 mm

Deck:                                                   200 – 230 mm

Hauptgeschütztürme:                             190 – 650 mm

Barbetten (Hauptartillerie):                    380 - 560 mm

Barbetten (Mittelartillerie):                     50 mm !!!

Bewaffnung

9 x 46 cm in Drillingstürmen

6 x 15,5 cm in Drillingstürmen

24 x 12,7 cm in Zwillingslafetten

150 x 25 mm in Drillingslafetten

2 x 25 mm in Einzelaufstellung

4 x 13 mm in Zwillingslafetten

Bordflugzeuge

6 (max. 7) Schwimmerflugzeuge

Besatzung

2.750 Mann

Rudolf Dötzer

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