Detail-Fotos vom Brigg-Modell

Für den Modellbau fast aller als Holz zu sehenden Teile wurde trockenes Birnbaumholz verwendet. Es hat die richtige Farbe, ein kaum wahrnehmbare Maserung bei feinster Struktur, es ist gut und scharfkantig zu fräsen und man kann es mit feinster Schmirgelleinwand in Faserrichtung zu schönen glatten Oberflächen schleifen. Danach habe ich die Teile stets mit weichem Pinsel mit Nitro-Mattine einmal gestrichen. Dabei wird das Holz noch eine winzige Spur dunkler und erhält den richtigen Mattglanz. Auf den gebündelten Ersatzspieren und Großriemen ist der geklinkerte 24-Fuß-Kutter gezurrt. Darunter ist kieloben ein ebenfalls geklinkertes, kleineres und schwarz gestrichenes Beiboot gelagert. Dieses habe ich auch beim Modellnachbau geklinkert - mit dem Lötkolben aus Streifen von Messingblech! Um die mit Grätings abgedeckten Oberlichter sind Racks für die Lagerung der Kanonenkugeln angebracht.

Ich habe das Modell bewußt ohne gesetzte Segel dargestellt. Das hat zwei wichtige Gründe. Zum einen verdecken Segel an einem Schiffsmodell meist die Sicht auf andere schöne Details aber vor allem ist es immer noch ein ungelöstes Problem, wie man Modellsegel richtig schön herstellt. Jeder Stoff wäre zu dick und die Darstellung der Nähte mit einer Nähmaschine ist völlig abwegig (viel zu große Stiche). Denkbar - und das habe ich schon bei einem Meistermodell so gesehen - wäre die Herstellung aus dünnstem Transparentpapier, die Naht- und anderen Stoffdoppelungen könnte man kleben und die Nähte mit den feinsten Tuschefüllern dann aufzeichnen. Wäre noch das Problem windgeblähter Segel zu lösen... Die weltbesten Modelle von Segelschiffen haben in der Regel keine gesetzten Segel.

Bei den meisten Schiffsmodellen mit Unterwasser-Kupferung sind die im Modellmaßstab eigentlich hauchfeinen Kupferplatten aus Folien-Platten mit von der Innenseite eingeprägten "Nietenköpfen" gemacht und dann zumeist fürchterlich - vor allem bei engen Rundungen - an den Rumpf geklebt. Die Folienplatten lassen sich nicht zweidimensional verbiegen. Und so sieht es dann auch aus. Die Nagelköpfe sind beim Original so flach, daß man sie am Modell nicht darstellen muß! Ich habe Streifen von Paket-Klebeband (tesa-Band) auf einer PVC-Platte geschnitten und diese an den Rändern etwa 1 mm überlappend auf den gut strakenden Holzrumpf geklebt und dann mit Kupferfarbe gestrichen. Wobei man sich über die Farbe "Kupfer" auch noch streiten könnte, denn "werftneu" war die Rumpfaußenhaut sicher nur kurze Zeit.

Ein Detail-Foto vom Brigg-Steuerrad und die Abbildung 84 aus dem VTH-Heft "Modellbautechniken". Hier wird beschrieben, wie man so ein kleines Steuerrad bauen kann.

Englischer Text

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