Feuerlöschboot "Küste" FLB-40-3

Fire boat "coast" FLB-40-3

Planausschnitt / plan sections

Spantenriß / body plan

Foto vom FLB-40-1 im "Look" der Volksmarine: roter Rumpf, hellgraue Aufbauten (Sammlung: Dietrich Strobel)

Das FLB-40-4 existiert heute noch in Rostock Groß-Klein (Foto: Egon Wirth)

FLB-40-3 im Jahre 1988 während einer Brandschutz-Übung am DDR-Frachter THALE (Sammlung: Dietrich Strobel)

Die Feuerlösch-Kanone an der Steuerbord-Seite (Foto: Egon Wirth)

Brückenfront (Foto: Siegfried Borchert)

Das F6-Modell im M 1:25 von Wolfgang Horbens

Und hier noch vier Detailfotos vom Horbens-Modell, fotografiert von Günter Martin (danke Günter für die Bilder!):

Diesen Modellplan können Sie "etatmäßig" in zwei Maßstäben bestellen:

1. Unter der Bestellnummer pl050 für € 22,- im Maßstab 1:50. Mit dem Plan kommen drei verschieden große Spantenrisse: 1:50, 1:40 und 1:75 und eine Foto-CD-ROM mit 304 zumeist Detail-Fotos von den drei Booten (CD im Preis inbegriffen!)

2. Unter der Bestellnummer pl051 für € 29,- im Maßstab 1:40. Auch hier kommen drei Spantenrisse (1:40, 1:50 und 1:75), damit Sie ihr Modell in der Wunschgröße bauen können und natürlich ebenfalls die Foto-CD wie oben. Ich möchte auch hier daran erinnern, daß ich alle meine Pläne in nahezu jeder gewünschten Größe, quasi nach den Maßen Ihres Kofferraumes, ausdrucken lassen kann...! Eine gute Schiffsdetail-Zeichnung vom 4,65-m-Riemenarbeitsboot, welches ursprünglich auf den drei Löschbooten als Beiboot gefahren wurde, ist bei mir im M 1:25 als sd136 erhältlich und kommt mit diesem Plan im jeweiligen Modellmaßstab automatisch mit.

Die Boote haben drei Propeller.

Im M 1:50 wird das Modell etwa 800 mm lang und 151 mm breit und sollte knapp 2 kg wiegen. Im Maßstab 1:40 wird es schon 1000 mm lang und 189 mm breit bei 3,87 kg Gewicht. Nur sehr mutige Schiffsmodellbauer sollten das Modell im M 1:75 als Fahrmodell bauen, denn es wird nur 533 mm lang und 100 mm breit und "verdrängt" dabei nur 588 Gramm, also 0,59 kg Wasser!

Feuerlöschboot „Küste“ FLB-40-3

Die 1890 von Claus Engelbrecht gegründete Yacht- und Bootswerft Niederlehme (später Berlin/Köpenick) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wie die meisten großen Betriebe auf dem Gebiet der DDR in Volkseigentum überführt, also verstaatlicht. Anfangs hieß der Betrieb noch VVW Yachtwerft Claus Engelbrecht. In der Werft wurden zuerst Fischkutter als Reparationsleistungen für die Sowjetunion, Sportboote aller Typen, verschiedene Binnenschiffe aber auch diverse kleinere Kampfschiffe gebaut (Torpedofangboote, die KS-Boote, es waren kleine U-Jäger, die dreirohrigen LTS-Boote vom Projekt 68.2 aus Mahagoni-Holz, die Grenzkontrollboote KB-23, Reedeschutzboote der beiden Typen TÜMMLER und DELPHIN, und die 42 Räumpinassen der SCHWALBE-Klasse). Der Betrieb, der später auch in zwei Betriebsteile aufgeteilt wurde, profilierte sich als Werft für den Bau von Spezialschiffen. Auch die für die DDR bekannten Feuerlöschboote vom Typ IBIS (14 Einheiten, davon sieben für den Export), die 23-m-Binnen-Feuerlöschboote (1972) und von 1981 bis 1983 auch die drei großen, 40 Meter langen Feuerlöschboote „Küste“ wurden im VEB (volkseigener Betrieb) Yachtwerft Berlin projektiert und gebaut.

1978 erhielt die Werft den Auftrag zur Entwicklung eines leistungsfähigen Feuerlöschbootes unter der Projektbezeichnung „1320“ für den Einsatz in den DDR-Ostseehäfen, auf Reede, im Bereich der Wasserstraßen und an der Küste. Feuerlösch- und Bergungsarbeiten sollten möglich sein. Darüber hinaus war an eine Unterstützung der Feuerwehren an Land bei der Brandbekämpfung in Werften, Lagerhallen und an Tankanlagen gedacht sowie an Sondereinsätze bei Havarien, Wasserunfällen und auch bei der Seenotrettung. Mit der projektierten Rumpfgröße war die maximale Baugröße der Werft voll ausgeschöpft. Die Erprobung der drei gebauten Boote, welche keine Namen, sondern nur Nummern (FLB-40-1 bis FLB-40-3) führten, erfolgte stets auf den Berliner Binnengewässern. Danach erfolgte die Überführung mit teilweise demontierten Aufbauten (Brückendurchfahrtshöhe 3,9 m) über die Oder zur Küste.

Zuerst einige Zahlen zum Typ FLB-40:

-       Konstruktionslänge: 40,00 m

-       Länge über alles: 40,20 m

-       Länge zwischen den Loten: 35,84 m

-       Länge in der KWL: 37,43 m

-       Breite über alles: 7,57 (7,46) m

-       Breite auf Spanten: 7,20 m

-       Breite in der KWL: 6,96 m

-       Seitenhöhe: 3,52 m

-       Balkenbucht: 0,15 m

-       Konstruktionstiefgang: 2,10 m

-       Tiefgang voll ausgerüstet: 2,19 m

-       Abstand der Bauspanten: 500 mm

-       Konstruktionsverdrängung: 343,10 m³

-       Max. Deplacement: 248,40 (247,50) t

-       Kraftstoffvorrat: 11,3 t

-       Schaumbildnervorrat: 16,25 t

-       Antrieb: 3 Diesel Typ „12 KVD 21 Al-4“ mit je 900 kW

-       Geschwindigkeit: 16 kn

Die Motorkraft (1.500 U/min) wird über je ein Reduziergetriebe (2,96:1 bzw. 2,83:1 nur bei der Steuerbord-Maschine!) auf drei vierflunkige Verstellpropeller übertragen. An der Vorderseite der Dieselmotoren sind die drei Haupt-Feuerlöschpumpen mit einer Gesamtleistung von 1.200 m³/h angekuppelt. Die Pumpen arbeiten entweder nur mit Wasser oder kombiniert mit Schaumbildner auf fünf Wendestrahlrohre und sechs A- und 16 B-Schlauchanschlüsse. Zwei Wendestrahlrohre sind am Korb des Hubsteigers angebaut. Der hydraulisch betriebene Hubsteiger war ursprünglich ein Gerät zum Beschneiden von Obstbäumen (tschechoslowakische Produktion), montiert auf einem LKW. Für den Einsatz auf den Löschbooten wurde es mit beweglichen Wasserrohren modifiziert. Die Plattform der Hubsteigers kann bis 20 m über der KWL ausgefahren werden. So wird eine Bekämpfung von Bränden von oben aber auch ein Übersteigen von Feuerlöschpersonal auf größere Schiffe möglich. Der Schwenkbereich des Hubsteigers ist nach jeder Seite auf 60° begrenzt. In Sonderfällen kann er auch mit zwei Haken als „Kran“ benutzt werden. Am Korb befinden sich zwei B-Anschlüsse und wie auf dem gesamten Schiff eine Eigenschutz-Sprühanlage. Die Feuerlöschpumpen können natürlich auch als Saugpumpen zum Lenzhalten havarierter Schiffe und Boote verwendet werden.

Daneben hat das Schiff ein zweiteiliges Gas-Feuerlöschsystem (60 bzw. 110 kg Löschmittel Chlorbrommethan) zur Brandbekämpfung auf dem eigenen Boot und zur Objektbrandbekämpfung. Und es gibt ein Hochdruck-Löschsystem mit einer 80 m langen Schlauchleitung mit Handstrahlrohr und ein zusätzliches Hilfs-Löschsystem.

Der Rumpf mit kurzer Back hat insgesamt fünf Außenhaut-Knicke. Der sensible Bug wird von einem Rollenfender (Autoreifen) geschützt. An Seite-Deck gibt es eine umlaufende Gummi-Scheuerleiste. Die Wellenleitung zum Mittelpropeller wird in einem Todholz geführt. Seitlich an diesem sitzen Strömungskanten. Alle drei Propellerwellen sind parallel angeordnet. Im Hauptmaschinenraum, direkt unter den voluminösen Kaminen sind die drei Diesel installiert. Mittig im Propellerstrom sitzen die drei Spatenruder; der mittlere ist der größere. Im kleinen Deckhaus unter der Löschkanone auf der Back ist ein Tank (fast 11.000 Liter) für den Schaumbildner eingebaut. Im Quergang (zwischen Spant 10 und 11) befindet sich der Niedergang zum Hilfsmaschinenraum und nach vorn der Eingang in das vordere Deckhaus. In diesem Deckhaus mit runden Schiffsfenstern sind die Messe, WC, Wasch- und Duschraum, ein Aufenthaltsraum und die Kombüse zu finden. Darüber ist das schwingelastisch aufgehängte Steuerhaus mit guter Rundumsicht installiert. An der Achterkante des Steuerhauses stehen die beiden seitlichen Löschkanonen. Zwischen den beiden Kaminen gibt es einen schmalen Durchgang. Hinter ihnen ist auf einem Wagen seitlich verfahrbar ein 4,65-m-Riemenarbeitsboot gelagert, welches von zwei kleinen Bootskränen ausgesetzt wird.

Jürgen Eichardt

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