Torpedoschnellboot KRANICH

Power torpedo boat KRANICH

Planausschnitt / plan section

Zwei Boote der Klasse 140: links HÄHER, rechts WOLF / two boats of the class 140: left HÄHER, right WOLF

Spantenriß / body plan

Color-Seitenansicht von KRANICH (Danke Gerhard (Frenzel) für die schöne Farbgrafik)

Meine Planzeichnungen vom vierrohrigen TS-Boot KRANICH der Bundesmarine können Sie in zwei Plansätzen bestellen:

1. Im Maßstab 1:50 unter der Bestellnummer pl054. Das Modell wird hier 852 mm lang und 142 mm breit. Es sollte nicht mehr als 1,68 kg wiegen, damit es gut auf der Konstruktionswasserlinie liegt. Spantenrisse in den Maßstäben 1:50 und 1:25 im Plansatz.

2. Im Maßstab 1:40 unter der Bestellnummer pl055. Das Modell wird hier 1066 mm lang und 178 mm breit. Es sollte nicht mehr als 3,28 kg wiegen. Spantenrisse in den Maßstäben 1:40, 1:33,33 und 1:20. Baut man das Modell im M 1:33,33, so wiegt es schon 5,67 kg und wird 1279 mm lang!

Mit beiden Plansätzen kommen zwei Schiffsdetail-Zeichnungen von den Waffen: 40-mm-BOFORS in Einzellafette und von den Torpedorohren sowie eine CD mit einer Fotoserie von 188 gestochen scharfen, überwiegend Detailfotos vom ehemaligen Museumsboot KRANICH, sodaß der Modellplan nach den Fotos noch wesentlich ergänzt werden kann...

Mein Modellbaufreund Alexander Schneider hat seinen Rumpf im M 1:25 so gebaut, wie er im Original bei der JAGUAR- und auch bei der ZOBEL-Klasse (!) war, mit einem scharfkantigen Knick in der Kimm am Heck. Anbei einige Baustufenfotos vom Schneider-Rumpf und von der Herstellung der Negativ-Rumpfschale. Alexander hat sich beim Rumpfbau weitgehend an die Ratschläge gehalten, die ich in meinem Buch "Rumpfbaupraxis - Kiel-oben-Bauweise für Schiffsmodellrümpfe" niedergeschrieben habe.

34 Spanten sind mit ihren Aufstellfüßen auf dem Hellingbrett aufgestellt und ausgerichtet. Am Kiel und am Vorsteven sind ein Sperrholzkiel und das Vorstevenstück eingesteckt. Letzteres ist richtig ausgeschärft, damit nach dem Beplanken ein scharfer Vorsteven entsteht. Die Spanten werden entgegen den sonstigen Rumpfbauten (mit Stringerleisten) mit eingeklebten Leistenstücken auf Abstand gehalten. Diese werden später nach dem Beginn des Beplankens wieder herausgebrochen.

Der Heckspiegel hat hier noch eine gerundete Spantform. Erst später hat sich der Modellbauer entschlossen, die richtige Rumpfform zu bauen. Man sieht deutlich, daß die Leistenstücke etwas "im Rumpf" sitzen. Die dünnen Drähte stecken nur zur Kontrolle der späteren Propellerwellen in den Spanten.

Das Beplanken mit Kiefernleisten hat von der Kante Seite-Deck begonnen. Am vordersten engen Bogen haben die Leisten in kurzen Abständen Einschnitte (Laubsäge), damit sie sich "biegen" lassen. Die Leistenstufen werden später ausgespachtelt.

Nach dem Entschluß, das Heck richtig zu bauen, wurde ein neuer "Spiegelspant" mit einer vollkommen geraden Abrißkante angesetzt. Im Bild sieht man, daß bereits drei Leisten im Kimmbereich bis nach hinten durchlaufen. Die meisten gerundeten Spanten werden von den Leisten im Kimmbereich nun allerdings nicht mehr berührt.

Der fertig geplanke Rumpf. Man erkennt den am Heck auslaufenden Außenhautknick und die vollkommen gerade "Abrißkante" als Unterkante des Spiegels. Am neu angefertigten Heckspiegel ist noch die (verkehrte) gerundete Form zum Vergleich angezeichnet.

Der Rumpf von der Backbordseite gesehen.

Foto vom fast fertig geplankten Vorsteven. Die Leisten im unteren Teil (hier oben) sind entsprechend ausgeschärft, damit sie sich schlank an das Vorstevenstück anschmiegen. Alle Unsauberkeiten, die nie ganz zu vermeiden sind und auch nicht um jeden Preis vermieden werden müssen (!), werden später gespachtelt und geschliffen. Man sieht die zahlreichen Löcher an den Stellen, wo die Stecknadeln die Leisten an den Spanten festhielten.

Nach dem Abnehmen der Rumpfschale von der Helling wurde der Rumpf von innen mit einem Einstrich von 2-K-Kleber gesichert.

Fertiger Rumpf (Urmodell) nach den Spachtel- und Schleif-Arbeitsgängen.

Bei einem mit Hochglanzlack gespritzten Rumpf erkennt man unter entsprechender Beleuchtung besser noch eventuelle Flächenungenauigkeiten, die auf jeden Fall noch zu ändern wären.

Das Urmodell fertig vorbereitet zum Abnehmen der ersten Formhälfte. Man erkennt die vertikale Trennebene mit den aufgeklebten Buchsen für die Paßstifte sowie die Gewindestücke für die spätere Verschraubung der Formhälften.

Das Formenharz (schwarz) wurde aufgetragen. Im Anschluß daran wurde es sofort (also noch naß) mit Glasfaserschnitzeln berieselt. Diese Glasfaserstücke bilden die Kupplungsschicht zwischen den Formenharz und dem folgenden Epoxydharz-Laminat.

Die erste Hälfte der Form ist fertig laminiert. Zum Abschluß wurde eine Lage Nylon-Abreißgewebe aufgelegt. Zur Unterscheidung sind blaue Fäden eingewebt. Nach dem Abreißen des Gewebes ist eine raue und saubere Oberfläche vorhanden, auf die dann die Laminierkeramik aufgetragen wird.

Die beiden Formhälften (außen) und das ausgeformte Urmodell (Mitte).

Die zusammengeschraubten Formhälften fertig für das Laminieren einer GfK-Rumpfschale.

Die Formhälften sind recht dickwandig, damit es keinerlei Formverzerrung gibt.

Die erste in der Negativ-Form laminierte und ausgeformte Rumpfschale. Man erkennt bei diesem GfK-Rumpf sehr gut den scharfen Knick bei der Vorschiff-Außenhaut. Gerade diese Knicke sind bei den meisten käuflichen Rumpfschalen sehr liederlich, d.h. gerundet ausgeführt. Bei Interesse an einem solchen Glasfaser-Rumpf stelle ich gern den Kontakt zu Herrn Schneider her (juergen-eichardt@web.de oder 0721-47040072), welcher Ihnen dann gegen Bezahlung eine Rumpfschale anfertigt.

Torpedoschnellboot KRANICH

Zu den Stoßkräften einer Marine zählen besonders auch die kleineren Einheiten: Artillerie-, Torpedo- und in jüngster Zeit vor allem Raketen-Schnellboote. Wobei heute „Boote“ im früheren Sinne kaum noch gebaut werden. Heute entstehen größere, seefähigere Korvetten als Mehrzweckboote und mit gemischter Bewaffnung. Beim Aufbau der deutschen Bundesmarine nach dem Zweiten Weltkrieg war an eine Raketenbewaffnung von Kampfschiffen selbstredend noch nicht zu denken. Doch man wollte frühzeitig Schnellboote als kleine Torpedoträger und mit leichten Fla-Waffen zum Eigenschutz haben. Nach einigem Hickhack (Baubeginn von drei Booten, Beschlagnahme durch die Engländer, Zustimmung für einen Weiterbau, Rückgabe, Baubeginn weiterer drei Boote) konnte im Mai 1956 ein „Schnellboot-Lehrgeschwader“, bestehend aus den nun sechs Booten der SILBERMÖWE-Klasse, aufgestellt werden. Die Boote waren verbesserte Nachbauten von Konstruktionen der Kriegsmarine, 34 m lang bei einer Einsatz-Verdrängung von 110 t und trugen später zwei um 15° ausschwenkbare 533-mm-Torpedorohre als Hauptbewaffnung. Aufgabe dieser fünf Boote (denn das sechste war wegen häufiger Probleme mit der Antriebsanlage oft unklar) war eigentlich die provisorische Ausbildung der künftigen Besatzungen für die 30 Boote der im Bau befindlichen JAGUAR-Klasse. U.a. mußte der ungewohnte Umgang mit Radaranlagen erprobt werden. 

Später kamen noch zwei Ex-Schnellboote der Kriegsmarine als Schul- bzw. Erprobungsboote dazu. Der 1. Schiffbauplan, parlamentarisch angenommen am 16.2.1956, genehmigte u.a. den Bau der 30 vierrohrigen TS-Boote des Typs 55, später nach dem ersten in Dienst gegangenen Boot JAGUAR-Klasse genannt (auch Klasse 140). 1957 erfolgte die Indienststellung von vier Booten, 1958 zwölf, 1959 neun und 1960 noch fünf Boote. Die Boote baute Lürssen (Vegesack)(22 Boote) und die Kröger-Werft (Rendsburg). Sie wurden drei Schnellboot-Geschwadern der sog. Schnellbootflottille unterstellt. Die Boote glichen sich anfangs bis auf die Antriebsanlagen. Zwanzig Boote erhielten je vier umsteuerbare Mercedes-Benz-Diesel vom Typ „MB 518 B“ (je 3.000 PS bei 1.720 U/min, u.a. auch KRANICH), der Rest Maybach-Diesel vom Typ „MD 871/30“ (2.400 bis 3.000 PS). Die Maybach-Boote bildeten das 2. Schnellboot-Geschwader und wurden als Unterklasse mit SEEADLER-Klasse (Klasse 141) bezeichnet. Die anfangs noch sehr „unfertigen“ Boote wurden erst nach und nach mit Waffen, Sensoren und Gerät auf- und nachgerüstet, sie fuhren Waffen und Gerät teilweise nur als Attrappen. 1960 brach bei JAGUAR der Pfahlmast. Danach wurden bis auf GEIER alle Masten der Klasse mit zwei nach vorn gerichteten Rohren abgestagt. Im gleichen Jahr erhielten die Boote einen zentralen Maschinenfahrstand. Am Anfang hatten die Boote noch keine Fernlenkung für die beiden 40-mm-Fla-Waffen. Erst später wurden die Zielsäulen „OGR 7“ in die dafür vorgesehenen runden Wannen hinter dem Fahrstand eingebaut, mit denen die Waffen gleichzeitig auf den Gegner gerichtet werden können. Auch eine moderne Ruderanlage verdrängte das früher übliche runde Steuerrad auf dem Fahrstand. Boote der Klasse wurden für diverse Versuche genutzt, damit man Erfahrungen für spätere Schnellboot-Klassen hatte: GEIER erhielt eine ABC-Schleuse und einen ausfahrbaren Mast für ein höhenverstellbares Radargerät, bei PELIKAN und GEIER wurde eine Außenhautbeschichtung (Kunststoff/Gummi) zur Abweisung von Radarstrahlen getestet und auf KORMORAN wurden die neuen Torpedorohre für Heckausstoß (drahtgelenkte Torpedos) für die nachfolgende ZOBEL-Klasse erprobt. Eine strömungsgünstigere Brückenform erhielt ebenfalls GEIER. Die Boote der Klasse 141 bekamen später verbesserte Motoren „MD 872“ mit je 2.800 bis 3.600 PS Leistung. Zeitweise fuhr WOLF einen olivgrünen und STORCH, PELIKAN und HÄHER einen dunkelgrauen Tarnanstrich. Die Gedanken über eine Umrüstung der im Grunde sehr gelungenen Boote auf Flugkörper-Bewaffnung wurden wegen der zu hohen Kosten bald verworfen. Je zehn Boote gingen nach Außerdienststellung an die türkische und an die griechische Marine, teilweise nur als Ersatzteilspender!

Bau des KRANICH mit der Bordkennung P6083 (P = Patrolboat) wurde bei Lürssen am 23.3.1959 mit der Kiellegung begonnen. Stapellauf war am 15.8.1959 und seine Indienststellung am 19.12.1959. Nach knapp 14 Jahren Dienstzeit wurde das Boot am 2.11.1973 außer Dienst gestellt und nach einer Zeit als Auflieger am 21.5.1974 als Museumsexponat an das Schiffahrtsmuseum Bremerhaven übergeben. Offenbar erhielt das Museum keinerlei Unterstützung durch die Bundesmarine, denn das Holzboot verrottete dort von Jahr zu Jahr mehr! Auch dem eigens dazu gegründeten Förderverein gelang es nicht, das Boot zu retten und so mußte es im Jahre 2006 (endlich!) abgebrochen werden. 

Die Boote der Klasse 140/141 hatten Rundspant-Rümpfe mit Spiegelheck, die im Kompositbau (drei verleimte Lagen Mahagoni auf 69 Alu-Spanten) hergestellt wurden. Die Rümpfe hatten 11 wasserdichte Abteilungen. Auf dem Vorschiff hatten die Boote eine halbhohe Back, welche das Buggeschütz U-förmig umschloß. Die hinteren Enden dieser U-Back waren bis zur Bordwand frei zugänglich. Hier waren u.a. acht Munitionsspinde für das Buggeschütz eingebaut. Die wenigen Aufbauten (Brücke, Mast, Maschinenraumhauben) waren ebenfalls aus Alu-Blech gebaut. Zur Begünstigung des bei TS-Booten üblichen Fächerschusses aus allen vier Torpedorohren waren diese feststehend und divergierend auf Deck gebaut. Die Schrägstellung zur Schiffslängsachse betrug bei den beiden vorderen Rohren je 10° und hinten je 15°. Hinter den Rohren erkennt man in gleicher Schrägstellung die Auflageböcke für das Nachladen der Torpedos. Die vier Leisten, die man in der Draufsicht erkennt, sind nichts weiter als Sitzbänke! Sie werden beim Nachladen weggenommen und darunter sind die je zwei Stahlschienen, auf welche der Torpedo vom Kran aufgelegt wird. Die Auflageschienen bei den vorderen Torpedorohren haben nach unten gerichtete Kröpfungen. Diese sind notwendig, damit das Hebezeug, welches zwangsläufig im Schwerpunkt des Torpedos sitzt, nach dem Ablegen von diesem gelöst werden kann. Bei den hinteren Rohren ist es etwas anders: Hier liegt nur der vordere Teil des Torpedos auf der (kürzeren) „Bank“ auf. Das Schwanzstück wird von einem schwenkbaren Bock – fast am Heck stehend – getragen. Das Kran-Hebezeug befindet sich im Zwischenraum zwischen „Bank“ und Bock, das hintere Ende des Torpedos überragt dabei das Spiegelheck. Deswegen muß die Reling am Heck demontierbar sein. Der genannte Bock kann für das Laden auf der anderen Bordseite nach da gedreht werden. 

Zum Einziehen des Torpedos in das Rohr ist auf diesem eine kleine handkurbelbetriebene Seilwinde montiert. Über Rollen oben am Rohrende und über eine Traverse mit zwei Seilrollen, welche auf das Heck des Torpedos aufgesteckt wird, fährt das dünne Stahlseil zu einer Öse unten am Rohrende. Das System ähnelt dem, wie es bereits bei den Rohrsätzen der Kriegsmarine (vgl. sd026) angewendet wurde.

Anfangs fuhren die Boote noch Torpedorohre englischer Herkunft. Diese hatten noch nicht den später charakteristischen „Löffel“ am vorderen Ende. Später wurden die neu entwickelten Rohre Typ „Pintsch-Bamag“ (vgl. sd135) eingebaut, welche ehemalige Kriegsmarine-Torpedos vom Typ „G7a“ verschießen sollten. 300 dieser veralteten Unterwassergeschosse wurde von Frankreich nach dem Krieg aus Beutebeständen zurückgekauft. Auch das mittschiffs auf der Brücke aufgestellte Torpedo-Zielgerät war eine nahezu unveränderte Konstruktion aus der Zeit der Kriegsmarine. Ausgestoßen wurden die Torpedos offenbar nur mit Preßluft. Man erkennt die großen Luftflaschen jeweils an den Außenseiten der hinteren Rohrenden. Eine Pulver-Ausstoß-Vorrichtung sieht man dagegen nicht. Alle Rohrdeckel schlagen nach außen auf. Auf Fotos sieht man, daß die „Löffel“ stets mit einer Persenning verschlossen waren. Beim Einsatz (offenbar nicht bei der Übung) wurde der Torpedo durch diesen seefesten Stoff hindurchgeschossen. Übrigens ist auf den meisten Fotos von den Booten zu sehen, daß die Relinge immer auch mit Persenning bezogen waren, sodaß man von den Aufbauten nahezu nichts sehen kann. 

Als Rohrwaffen fuhren die Boote der Klasse zwei 40-mm-Flak BOFORS L/70 in Einzellafette (vgl. sd022). Diese Geschützstände hatten, im Gegensatz zu späteren Typen, noch keine Mehrlade-Einrichtungen. Die gebündelte Munition aus Granatpatronen wurde von Ladekanonieren von Hand in Vorratsgestelle an der Rückwand der Waffenwanne gelagert und von zwei weiteren Ladekanonieren, die in Halteringen im Geschütz hinter den Schützensitzen standen (Seegang), von oben in die Nachladeeinrichtung des Waffengehäuses gesteckt. Auf dem Deck gab es, wie üblich bei diesen Waffen, einen Hülsenfangring aus Blech um das Geschütz, innerhalb dessen die leergeschossenen Hülsen gesammelt wurden. Für die Minenaufgabe ließen sich die beiden hinteren Torpedorohre und die an Seite Deck stehenden Munitionsspinde (auf Höhe Spant 5) für die hintere 40-mm-Waffe schnell abbauen. Danach wurden an beiden Bordseiten vom Heck bis nahe an die Rohrdeckel der vorderen Rohre 40 m Minengleise montiert. Diese waren recht breit. Die Boote der Klassen 140/141 hatten 39 Mann Besatzung. Sie waren in der KWL 39,80 m lang; über alles 42,62 m und 7,10 m breit. Die Höchstgeschwindigkeit ist in der Literatur mit 43 kn angegeben und die Fahrstrecken: 1.000 sm bei 32 kn, 740 sm bei 34,5 kn und nur noch 500 sm bei ständigen 39,5 kn Fahrt. Vollgebunkert waren 31 m³ Brennstoff an Bord.

Der Rumpf hatte im Vorschiff einen Außenhaut-Knick (keinen Spanten-Knick). Zwei Leisten je Bordseite – eine auf Höhe des Knicks verlaufend - sorgten dafür, daß das Boot relativ trocken fuhr. Die in meiner Zeichnung dargestellten Spantenrisse habe ich aus einem älteren Modellplan übernommen. Dabei habe ich bereits festgestellt, daß der Verlauf der Sente im Bereich der Kimm absolut nicht strakt. Der „Zeichner“ dieses Plans hat die sich überschneidenden Kurven der Spantlinien und damit die Rumpfform überhaupt nicht verstanden! Er hat gedankenlos irgendwelche Linien gezogen. Ich habe im Bereich der Kimm, etwa 45 ° schrägliegend, eine Sente in den Spantenriß gelegt, diese Sente mit Straklatten ausgestrakt und danach die Spanten neu gezeichnet, sodaß nach meinem Spantenriß eine „nicht-holprige“ Außenhaut beim Modellbau entsteht. Erst nachdem meine Zeichnung fertig war, wurde ich mit Herrn Andreas Seckel von SBW-Modellbau bekannt. Herr Seckel konnte mir noch eine Anzahl von Fotos übergeben, welche auch das Unterwasserschiff der Klasse 140/141 zeigen. Danach steht eindeutig fest, daß der Heckspiegel unten eine vollkommen gerade sog. Abrißkante hat. Der scharfe Knick geht erst etwa beim Spant 2/3 in eine Kimmrundung über. Dem Zeichner (und auch mir) ist kein ernsthafter Vorwurf zu machen. Vielleicht hat er den falschen Werft-Linienriß in die Hände bekommen. Es ist nicht zu selten, daß in der Planungsfase für ein Schiff/Boot in der Werft verschiedene unterschiedliche Linienrisse gestrakt werden.

Für meine Zeichnungen habe ich Hunderte Fotos, besonders vom Boot KRANICH ausgewertet. Die Schiffsdetail-Zeichnungen von der 40-mm-BOFORS und von den Torpedorohren können Sie auch einzeln im großen Maßstab 1:12,5 bzw. 1:25 bestellen. Auch vom Ari-Zielgerät OGR 7 gibt es inzwischen eine gute Schiffsdetail-Zeichnung.

Jürgen Eichardt

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