Reling (an Seite-Deck)

rails on side deck

Bevor ich daran gehe, den Rumpf in Farbe zu bringen, will ich den Aufbau der Reling an Seite-Hauptdeck zumindest vorbereiten. Die einzelnen Relingstützen will ich getrennt hellgrau spritzen. Deshalb müssen sie bis zur Endmontage (in weiter Ferne, denn die empfindliche Reling stört beim Weiterbau des Modells zu sehr) steckbar bleiben.

Am Fuß der Reling ist auf das Deck eine 50 mm (Original) hohe Leiste mit Bohrungen angeschweißt. Die Bohrungsabstände sind bei mir 6,1 mm. Hier wird...

...ein Netz eingebunden, welches in der Höhe bis zum 2. Durchzug reicht. Sowohl die Leisten als auch das "Netz" sind Ätzteile aus 0,15-mm-Neusilberblech. Letztere haben oben und unten kleine Nasen, mit denen sie an den Leisten und oben am Draht-Durchzug durch Umbiegen befestigt werden. Diese haben ebenfalls Abstände von exakt 6,1 mm. Die Netze verhinderten beim Kampfeinsatz, daß die leergeschossenen Patronenhülsen der 127-mm-Hauptkaliber nicht über Bord gingen.

Die Relingstützen stecken in Buchsen mit 0,5 mm hohen Bund, welche in das Deck eingeklebt werden. Die Buchsen haben eine Wandstärke von nur 0,2 mm. In solchen Fällen bohrt man stets das Loch zuerst und dann erst wird der Außendurchmesser gedreht.

Das sind die Relingstützen. Der kurze Zapfen hat einen Durchmesser von 0,8 mm und steckt in den Buchsen.

(Foto anklicken) Mit dem Helling-Bohrständer bohre ich mit Hilfe einer Bohrlehre die 1,2-mm-Bohrungen exakt an die richtige Stelle an die Kante vom Deck.

(Foto anklicken) Das Gleiche noch in einer Nahaufnahme. Links die Bohrlehre (mit gehärteter (Silber-)Stahlbuchse), in der Mitte liegt die Buchse und rechts ist die Stütze in die noch nicht eingeklebte Buchse gesteckt. Die Relingstützen haben im unteren Drittel einen etwas größeren Durchmesser. Der Abstand von der Deckskante bis Mitte Buchse beträgt 5 mm.

(Foto anklicken) Durch die Nutzung des Helling-Bohrständers stehen alle Relingstützen so genau senkrecht, wie ich das will. Auf diesem Foto sind die genannten Leisten unten am Deck bereits montiert.

Für das Einkleben der kleinen Leisten-Stifte habe ich ebenfalls eine Bohrlehre mit sechs Bohrbuchsen angefertigt, der Bohrungsdurchmesser beträgt 0,5 mm. Hier ist der Abstand zur Deckskante allerdings 6 mm. In der Bohrbuchse rechts steckt ein 0,5-mm-Bohrerschaft.

(Foto anklicken) Diesen steckt man jeweils in das zuletzt gebohrte Loch, um für das Bohren der nächsten fünf Löcher im richtigen Abstands-Rhythmus zu bleiben.

(Foto anklicken) Erst, wenn alle Löcher gebohrt sind, werden die Buchsen und die Leisten mit Sekundenkleber eingeklebt/-gegossen (links im Bild).

(Foto anklicken) Bei der Berechnung der Längen für die Leisten hatte ich mich total vertan, das Modell ist schließlich 2,30 m lang. Deshalb mußte ich noch etwa 1,4 m auf herkömmliche Weise nachfertigen. Diese allerdings nicht mit den kleinen Stiften. Ich mußte sie folglich stumpf auf das Deck kleben. Im Schraubstock wird eine Ms-Platte hochkant gespannt und die obere Kante überstirnt.

Die weiteren Arbeiten erfolgen streng nach Koordinaten, also ganz ohne zu messen und unter Einrechnung des Fräser-Durchmessers (5 mm). So werden zuerst zwei Leisten, je 1 mm breit gefräst. Beim Fräsen der mittleren Nut nur in 0,5-mm-Schritten tiefergehend bis auf 4 mm Tiefe, damit der Fräser nicht seitlich "auswandert". Auch die Enden werden nach Koordinaten gefräst...

(Foto anklicken) ...sodaß nun das Bohren der einheitlichen Abstände (6,1 mm, siehe oben) und exakt in der Mitte der Leisten erfolgen kann. Ich habe mit der Feinbohrhilfe, sie ist hier zu sehen, nur etwa 1 bis 1,5 mm tief gebohrt (Gefahr des Bohrerbruchs!).

Das Ergebnis in einer Nahaufnahme, Durchmesser der Bohrungen 0,45 mm.

(Foto anklicken) Danach wurden die ersten beiden Streifen mit einer gut rundlaufenden Metallkreissäge, 0,4 mm dick, abgesägt. Bevor die nächsten beiden gesägt wurden, habe ich die Bohrungsmitten erneut "angefahren" und wieder ein Stück tiefer gebohrt.

(Foto anklicken) So entsteht "mit Fleiß" eine Sammlung von Leisten, ohne ätzen! Sie sind etwas verdreht und müssen vorsichtig gerichtet werden. Steckrichten geht hier nicht, denn so würden die wichtigen Maße 6,1 mm verändert.

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